Die Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistung

§38 SGB XI

Natürlich kann man eine selbst beschaffte Hilfe (z.B. Angehöriger) mit der Unterstützung eines professionellen Dienstes kombinieren. Diese Vorgehensweise nennet man Kombinationsleistung. Dies bedeutet, dass ein zugelassener Dienst (z.B. Pflegedienst) einen Teil des Pflegesachleistungsbetrages beansprucht und die weiteren Hilfen z.B. durch Angehörige übernommen werden.

 

Das Besondere hierbei ist, dass das Pflegegeld um den gleichen prozentualen Anteil gekürzt wird, den der Pflegedienst von der Pflegesachleistung beansprucht!

Abrechnungsbeispiele anhand des Pflegegrad 2


Beispiel 1

Ein 82 Jähriger hat den Pflegegrad 2 und seine Tochter übernimmt sämtliche Pflegeleistungen:

genutzte Pflegesachleistung / Pflegedienst:

0,00 Euro von 689,00 Euro = 0%

monatliches Pflegegeld:

316,00 Euro - 0%= 316,00 Euro



Beispiel 2

Ein 82 Jähriger hat den Pflegegrad 2. Ein Pflegedienst übernimmt die medizinische Versorgung i.H.v. 275,60 Euro pro Monat. Die Tochter übernimmt die restlichen Pflegeleistungen:

genutzte Pflegesachleistung:

275,60 Euro von 689,00 Euro = 40%

monatliches Pflegegeld:

316,00 Euro - 40% = 189,60 Euro



Beispiel 3

Ein 82 Jähriger hat den Pflegegrad 2. Ein Pflegedienst übernimmt die medizinische Versorgung i.H.v. 585,65 Euro pro Monat. Die Tochter übernimmt die restlichen Pflegeleistungen:

genutzte Pflegesachleistung:

585,65 Euro von 689,00 Euro = 85%

monatliches Pflegegeld:

316,00 Euro - 85% = 47,40 Euro



Beispiel 4

Ein 82 Jähriger hat den Pflegegrad 2. Ein Pflegedienst übernimmt die medizinische Versorgung i.H.v. 710,00 Euro pro Monat:

genutzte Pflegesachleistung:

689,00 Euro von 689,00 Euro = 100%

REST: 21,00 Euro

monatliches Pflegegeld:

316,00 Euro - 100% = 0,00 Euro

Private Zuzahlung: 21,00 Euro



Eine Änderung von Abrechnungsmodalitäten (Pflegegeld, Pflegesachleistung, Kombinationsleistung) sollte der Pflegekasse rechtzeitig mitgeteilt werden. In der Regel ändert sich dadurch der Auszahlungszeitpunkt des Pflegegeldes.

Werden keine Pflegesachleistungen beansprucht, wird das Pflegegeld von der Pflegekasse - meist zu Monatsbeginn - an den Pflegebedürftigen gezahlt.

Bei einer Kombinationsleistung wird das Pflegegeld auf Grundlage der monatlichen Rechnungshöhe des Pflegedienstes berechnet. Dazu wird die Pflegegeldzahlung gestoppt - bis die Rechnung des Pflegedienstes vorliegt - berechnet und dann erst ausbezahlt.

Das bedeutet: Die Pflegegeldzahlung erfolgt nicht mehr zu Monatsbeginn, sondern erst nach Ablauf des Monats, wenn die Rechnung des Dienstes bei der Pflegekasse vorliegt, also mindestens 4-6 Wochen später!

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