Tag 14 - Gedämpftes Jippieh, es geht wieder nach Russland

Kurzetappe 1: Gutes Frühstück, der Tag kann kommen

Das erste Mal keinen Kaffee selber kochen! Ausgeschlafen und entspannt genießen wir das Hotelfrühstück und nochmal die frische Luft bei einem kurzen Abstecher zum Strand. Dort findet sich sogar benötigtes Holzmaterial für unsere heutige Tagesaufgabe. 

Kurzetappe 2:  Wo sollen denn hier die Ziegen sein?

Wir haben noch immer keinen Goat-G'Oldie Driver gefunden.  Doch Google sei Dank scheint eine Ziegenfarm versteckt zwischen Ozolnieki und Jelgava zu sein. Versteckt ist allerdings das richtige Wort. Nachdem wir den gleichen Bahnübergang ungefähr vier Mal überquert haben, und die Bauarbeiter uns dort bereits auslachen, finden wir nach fast einstündiger Suche endlich die Farm. Vor Ort können wir direkt mit dem Farmmanager sprechen: Augustus, einen ca. 13 Jahre alten Jungen der super Englisch versteht und sofort Feuer und Flamme ist. Mit der Ziege auf dem Arm ist das Foto schnell gemacht und auch unseren Likör aus Estland können wir erfolgreich tauschen. Alles argwöhnisch von seinem Opa beobachtet!

Kurzetappe 3: Big Cross for Big Dreams!

Hör mal wer da hämmert: Wir lassen der Kreativität freien Lauf und basteln uns aus Holz, Nägeln, Kordel und Edding ein Kreuz, dass wir bei Siaulia auf dem Kryziu kalnas aufstellen. Dieser künstlich angelegte Hügel ist ein katholisch und touristisch geprägter Wallfahrtsort. Mit dem Aufstellen unseres Kreuzers tun wir es tausend anderen Pilgern nach: Getreu unserem Rallye Motto "Gegen das Vergessen" wünschen wir uns anhaltende Liebe und Gesundheit. Zurück zum Auto geht es vorbei an drei deutschen Touri-Rentner-Bussen, die den Ort auch für eine Kaffe-Keks-Pause nutzen. Doch auch ausreichend Vorrat an Underberg-Schnäpsen steht bereit. Wir grüßen und müssen einfach lachen: Wir Deutsche sind schon ein lustiges und unverkennbares Völkchen.

Kurzetappe 4: Auch Litauen haben wir unterschätzt

Über die E272 geht es bei 30Grad gen Südwesten nach Klaipéda, vorbei an einer malerischen Altstadtkulisse. Die Verkehrsführung ist jedoch nicht immer so einfach. Und so finden wir uns plötzlich auf einer Fähre wieder. Frede leicht nervös: "Wo fahren wir denn jetzt hin?" Guido pragmatisch wie eh und je: "Das werden wir spätestens dann wissen, wenn wir die Fähre wieder verlassen." Nach 10minütiger Überfahrt ist uns dann klar, dass die gedachte Brücke auf der Karte eine Fährverbindung ist und uns für schlappe 11€ von der Stadt auf die Kurische Nehrung bringt, eine 98km lange Halbinsel an der Nordküste des Samlands. Entlang der Baltischen See geht es bis nach Kaliningrad. Doch vorher legen wir kurzen Stop in Niva ein - ein ganz unerwartetes, verborgenes  Segeldörfchen, für das wir leider viel zu wenig Zeit mitbringen. Zwar reicht es für einen kurzen Schnack unter Seglern, doch dann müssen wir wieder weiter.  Also ein weiterer Spot, an den wir wieder kommen wollen.

Kurzetappe 5: Das Launebarometer fällt

Kurz vor der russischen Grenze kommen uns bereits die ersten Rallye-Teams wieder entgegen, um lieber den Umweg über Litauen nach Polen als Endlos-Warten in Kauf zu nehmen. Wir überlegen auch erst, entscheiden uns dann aber doch für ein zweites Mal Russisch Roulette. Gemeinsam mit vielen anderen Teams u.a. Likedeeler, Polarkreisverkehr und GinTourismo  versuchen wir uns die Zeit zu vertreiben. Nach zwei Stunden Komplett-Stillstand war die Idee groß, den Grill auszupacken. Doch da uns das dann doch zu heikel war, gab es stattdessen Kümmelbrot mit Chemie-Schmelzkäse und Ketchup. 
Nach über vier Stunden ist es dann endlich geschafft. Und uns wird auch klar, warum das Ganze so lange gedauert hat: Ca. 500Meter hinter der Grenze stehen zwei russische Beamte, die Eintritt für den Nationalpark verlangen. Da man diesen nicht umfahren kann und wir leicht einzuschüchtern sind, zahlen wir lieber. Unsere Hypothese: Wenn die Beamten an der Grenze da mal nicht Lunte gerochen haben und spontan einen Nationalparkeingang eröffnet haben. Bei ca. 150 Rallye Teams war das bestimmt ein lohnender Abend. Böse ist, wer Böses denkt.

Kurzetappe 6: Und täglich grüßt das Murmeltier

Spätabends erreichen wir Kaliningrad. Und wir fragen uns: Im Ernst jetzt, auch hier sieht es aus wie zuvor in Murmansk und Co? Immerhin können wir wieder günstig tanken und dann gilt es über die weitere Nachtplanung zu entscheiden. Die anderen Teams wollen direkt wieder raus. Wir wollen Kaliningrad jedoch eine letzte Chance geben und bleiben für eine Nacht. Wild Camping ist aber auch hier Fehlanzeige. Also landen wir in einem günstigen Drei Sterne Hotel oder sollten wir eher sagen Drei Stunden Hotel? Immerhin ist das Zimmer super modern eingerichtet, was uns dann irgendwie doch erstaunt. Gute Nacht.

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