Tag 11 - Perfekte Aussicht mit großem Schrecken

Kurzetappe 1: Mit unserem G'Oldie beim Lada Händler

Um elf Uhr werden wir wach. Der Blick aus dem Fenster: Es regnet nasse Hunde bei grauem Himmel. Eigentlich war der Plan sich die Stadt heute anzuschauen, aber das Wetter wird und wird nicht besser. Also entscheiden wir traurig, dass eine Sightseeing-Tour so einfach keinen Spaß macht. Nach zwei Stunden durch absolutes Verkehrschaos - zwischenzeitlich drohte sogar der totale Verkehrsinfarkt - verlassen wir St. Petersburg. Wir wissen noch nicht, ob wir wirklich wiederkommen werden. Wenn, dann auf jeden  Fall mit Allrad und guten Stoßdämpfern, um die kraterartigen Schlaglöchern zu überleben.
Jetzt heißt das Ziel: Raudsilla im Laheema Nationalpark in Estland. Auf der A180 Richtung Ivangorod/Narva legen wir aber noch einen kurzen Stop beim Lada Autohändler ein. Schließlich wartet der gute finnische Wodka von Miina noch darauf einen russischen Besitzer zu finden. Vor Ort treffen wir auf fünf russische "Sales Manager" und versuchen mit Google Translator und Händen und Füßen unser Anliegen zu erklären. Wir ernten abwechselnd skeptische Blicke und lautes Lachen, kriegen unseren Wodka letztendlich jedoch gegen einen funkelnagelneuen Feuerlöscher getauscht. Wir verlassen das Autohaus, leicht irritiert aber immerhin: Wir haben trotz mangelnder Russischkenntnisse einen Tausch geschafft.

Kurzetappe 2: Zivilisation, we are back!

Angekommen in Narva lassen uns die russischen Grenzbeamte problemlos auschecken und die Esten heißen uns auf Deutsch willkommen. Und auch der Sommer ist endlich da. Bei Sonne,  blauem Himmel und 25Grad machen wir direkt beim nächsten Supermarkt Stop. Es fühlt sich fast wie in Deutschland an - Paulaner Weißbier und Kinderschokolade, alles ist vorhanden. Und dann kann Frede nicht widerstehen: Nach so vielen Tagen mit Honig und/oder Chemie-Schmelzkäse gibt es ab jetzt wieder Nutella. Und so wandert "Emu" als auch frisches Obst (Bananen und Äpfel) direkt in das Einkaufskörbchen. So geht es weiter auf der E20 vorbei an Kohtla Järve, Rakvere und hoch nach Käsmu am Strand zum finnischen Golf.

Kurzetappe 3: Caesarsalad & Grilled Chicken

Wir staunen über die wunderschöne Landschaft in Estland. Das Land haben wir definitiv unterschätzt. In Võsu - einem kleinen idyllischen Feriendörfchen - machen wir Stop in einem kleinen unscheinbaren Restaurant. Scheinbar sehen wir durstig aus: Ohne zu zögern bekommen wir ein kühles Blondes und den roten Hauswein. Das tut jetzt richtig gut! Und so bestellen wir direkt den Caesar Salad und das Grilled Chicken hinterher. In der Zwischenzeit kommen wir mit dem Inhaber ins Gespräch - plötzlich kommt er ganz stolz zurück an unseren Tisch, mit einer Flasche Estonian Liqueur und T-Shirt in der Hand. Er möchte uns unterstützen und so tauschen wir unseren russischen Feuerlöscher ein. Dann kommt endlich das Essen. Wir genießen das erste kulinarische Highlight auf dieser Reise bei typisch deutscher Kulisse. Mit nacktem Oberkörper und der Kettensäge in der Hand wird direkt gegenüber für Ordnung gesorgt. Wir müssen lachen: Irgendwie wie zu Hause!

Kurzetappe 4: Der Schock sitzt erstmal tief!

Gut gestärkt fahren wir hoch nach Käsmu und finden den perfekten Camping-Spot. Doch die Freude ist getrübt, denn nachdem wir schon die letzten Tage ein immer stärker zunehmendes Rasseln aus dem Motorraum gehört haben, steht nun fest: Das Rad vom Keilriemen der Vakuumdruckpumpe ist so stark ausgeschlagen, dass wir fast im gesamten Motorraum Öl vorfinden. Guidos Erstdiagnose: Hiermit ist unsere Fahrt beendet. Doch zum Glück gibt es WhatsApp und nach kurzer Rücksprache mit Jörg - dem Arzt unseres G'Oldies - gibt es halbwegs Entwarnung. Wir demontieren den Keilriemen und legen damit unseren Bremskraftverstärker still. Zum Glück sollten wir damit die verbleibenden Etappen noch schaffen, allerdings gibt es keinen Fahrerwechsel mehr, denn ab jetzt zählt pure Muskelkraft um unser altes Schätzchen zum Stehen zu bringen. Der anschließende Zeltaufbau lässt uns den Schock einigermaßen verdauen und wir genießen beim gemeinsam Glas Rotwein noch den Sonnenuntergang am Wasser.

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