Tag 4 - Durch das Tor des Nordens in das Land der Fjorde

Kurzetappe 1: Schnell noch die Tagesaufgabe erledigen


Guten Morgen Störsjöodjuret! Da sich das schwedische Seeungeheuer auch heute nicht zeigt, erledigen wir eben die alternative Tagesaufgabe: Auf dem Autodach sitzend mit der Angel in der Hand fangen wir uns den Surströmming - eine typische bekannte schwedische Fischspeise, bei der Hering durch Säuerung konserviert wird. Wenn man sagt, dieser riecht intensiv, faulig und stinkend, ist dies noch untertrieben. Da dieser dann aber leider doch nicht im See zu finden ist, haben wir den Hering natürlich noch am Vorabend im Supermarkt gekauft.
Nachdem Zelt und Co wieder im Auto verstaut sind, wird der stinkende Alptraum nun zu ekelerregender Gewissheit: Wir öffnen die Dose und fotografieren den Kilometerstand, denn jetzt heißt es: Gemeinsam mit Surströmming im bzw. am Auto geht es auf die erste 200km-Etappe an diesem Tag.

Kurzetappe 2: Schmuggeln, ja oder nein?


Zwischen See Rengen und See Stor-Kingen passieren wir die norwegische Grenze und müssen feststellen: All die Aufregung umsonst. Was war passiert? Kurz vor Grenzübergang galt es die Alkoholvorräte zu checken und zu entscheiden: Was muss weg und was darf bleiben? Denn wer Norwegen kennt, weiß, dass die Grenzbeamte hier keinen Spaß verstehen. Es drohen locker 200-650€ Strafe. Für uns galt: 3Liter Wein (2,5-22 Vol.-%) und 2Liter Bier (über 2,5 Vol.-%) dürfen mit. Also musste der angebrochene italienische Rotwein leider am Waldesrand zurück bleiben. Und dann die Überraschung. Kein Grenzposten geschweige denn Grenzbeamte weit und breit. Der arme Rotwein, der jetzt frierend alleingelassen am Waldesrand steht. Aber wir sind uns sicher: Den nächsten schwedischen Jäger wird es freuen:)

Kurzetappe 3: Nur die Harten kommen in den Garten!


Nach 200km halten wir an und dürfen nun endgültig unsere Tagesaufgabe als beendet erklären. Mit dem Foto vom Sürströmming vor dem Tachostand demonstrieren wir echte Härte. Doch weit gefehlt: Katrin aus Team Likedeeler ist härter. Sie probiert sogar den Fisch (!!!) und das ganz zum Leid Ihres Mannes Matthias: "Also knutschen ist jetzt erstmal nicht mehr." Mit Katrin können wir zwar nicht mithalten (keiner von uns verspürt wirklich Lust, den Ekelfisch zu probieren), aber der nicht schwindende Gestank im Auto ist Herausforderung genug.

Kurzetappe 4: Wicki heißt uns willkommen im skandinavischen Midsommer


Mit Süßigkeiten und Witzen wird der Fahrer bei Laune gehalten. Und so geht es ruck zuck, dass wir bei traumhafter Wald- und Bergkulisse das Tor des Nordens passieren. Das farbige und hölzerne Tor "Nord Norge" überspannt die gesamte Europastraße 6 zwischen Nord-Trøndelag und Nordland und symbolisiert das Nordlicht. An diesem Ort wird dann auch die Co-Pilotin zu einem echten Wikinger-Mädchen. Wir kommen noch ins Gespräch mit dem Verkäufer im Souvenir-Shop und auch er ist begeistert von der Rallye. Spontan gibt er uns einen leckeren frischen Kaffee aus und so kann es weiter gehen Richtung Mo I Rana.

Kurzetappe 5: G'Oldie goes Gletscher

 

Auf dem Weg nach Mo I Rana ist zu unserem Glück die Europastraße plötzlich gesperrt. Der Umweg führt uns dadurch über und auf die Berge rund um den Svartisen Gletscher. Hier hat unser G'Oldie schwer zu kämpfen: Mit Durchschnittstempo 20km/h quälen wir uns die Berge hinauf. Oben angekommen sieht unser G'Oldie dann das erste Mal Schnee auf dieser Reise und für einen kurzen Moment werden wir nervös: "Sind unsere Autoreifen eigentlich schneekompatibel?" Aber zum Glück nimmt der Schnee nicht weiter zu und wir halten stolz die Rallye-Fahne in den Wind, bevor es weiter Richtung Bodo geht.
Am 66' 33' N erreichen wir unser Zwischenziel: den Polarkreis. Unser erstes Rallye-Ausflugs-Highlight ist damit geschafft. Ein schnelles Foto vor dem offiziellen Polarkreisdenkmal und weiter geht's!

Kurzetappe 7: Zuckerbrot und Peitsche für unseren G'Oldie

 

Das heutige Tagesziel lautet Gimsoya auf den Lofoten. Mit der Fähre soll es von Bodo nach Moskenes gehen. Eigentlich liegen wir gut in der Zeit, doch ebenso wie in Schweden halten auch die Norweger eine Überraschung für uns parat. Vor dem Tunnel bei Rognan hieß es erst einmal: Stop, hier geht es nicht mehr weiter. Da half auch alles Erzählen und Erklären bei der hübschen Straßenbauleiterin nichts. Der Tunnel blieb bis mindestens 23:00Uhr gesperrt. Und was dann folgt, kennt man eigentlich nur aus Hollywood. Wir wählen die Umgehungsroute und treiben unseren G'Oldie mit durchgedrücktem Gaspedal hoch auf den Berg. Mit der Zeit stets im Nacken wurde das Ganze nicht nur zu einem Wettlauf gegen die Zeit, sondern auch ein Hürdenlauf über Schafe, die ihr Nachtlager bereits auf der Bergstraße aufgeschlagen hatten. Mit wehenden Fahnen und quietschenden Reifen kommen Fahrer und Auto völlig aus der Puste just-in-time auf der Fähre an.
Und wer jetzt denkt, jetzt können Fahrerteam und Auto ausruhen, der irrt: Bei schwerer See und meterhohen Wellen, die teilweise sogar das Oberdeck der Fähre unter Wasser gesetzt haben, wurde es plötzlich ganz still auf der Fähre.  Zwar dominierte bei uns der Schlafmangel aber bei dem ein oder anderen ging der Magen dann doch in die Knie.

Kurzetappe 8: Mitternacht und es ist immer noch hell

 

Es ist 05:15 morgens und wir sind endlich auf den Lofoten angekommen. Nachdem wir die bisherige Landschaft schon als atemberaubend empfanden, fehlen uns hier nun endgültig die Worte. Über die Brücke a lá Golden Gate Bridge geht es umringt von hiesigen Bergen an der Küste entlang nach Gimsoya. In der Nähe von Eide ruhen wir uns kurz aus, bevor wir beschließen, die Fahrt Richtung Tromsø fortzusetzen.

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